| Natürlich waren es nicht wissenschaftliche Gründe, die
Rudolf Gantenbrink bei der weiteren Erforschung nicht zum
Zug kommen ließen. Noch im Jahre 1999 trat Zahi Hawass
gemeinsam mit Rudolf Gantenbrink vor die Kamera und
versicherte, dass es sehr wohl möglich sei, wieder mit
Rudolf Gantenbrink zusammenzuarbeiten – doch daraus wurde
bekanntermaßen nichts.
Erklärungen für die Nichtteilnahme Gantenbrinks lassen
sich freilich immer finden, doch weiß nahezu jeder
Wissenschaftler und Forscher rund um das Gizeh-Plateau,
welche Gründe die Hauptrolle spielten: Geld, Egoismus,
Angst und natürlich politisches Interesse.
Bereits seit einigen Jahren sickern immer wieder
Informationen aus Botschaftskreisen durch, die gewissen
Ägyptologen eine sehr enge Verbindung zu finanzstarken
amerikanischen Organisationen nachsagen. So war es
schließlich für Insider auch keine Überraschung, dass die
Öffnung und schließlich auch die peinliche „Live-Übertragung“
unter der Schirmherrschaft von National Geographic
stattfand. In einem Artikel, den ich bereits im März 2002
veröffentlichte und auf zwei Vorträgen, wurde von mir
bereits darauf hingewiesen, dass „...es ein offenes
Geheimnis ist, dass unter der Führung Dr. Zahi Hawass´ und
amerikanischen Forschern eine weitere Untersuchung
stattfinden wird ...“ So kam es natürlich auch,
allerdings ein Jahr später als erwartet.
Nicht nur in der Königinnenkammer, auch rund um die
Sphinx werden seit Jahrzehnten, mit steigender technischer
Möglichkeit, ständig neue Untersuchungen nach
unterirdischen Hallen und Gangsystemen durchgeführt. Die
Suche nach den Erbauern und „Urvätern“ aus der „ersten
Zeit“ hat nicht aufgehört, auch wenn die modernen
Ägyptologen nicht gerne und viel darüber sprechen. Neben
riesigen Hallen wird ein komplettes unterirdisches
Tunnelsystem vermutet, das alle drei Pyramiden miteinander
verbindet. Auch hierzu gibt es geheime Informationen, die
der Weltöffentlichkeit vorenthalten werden und bis zum
heutigen Tage nicht offiziell veröffentlicht wurden. So
sollen bereits Ende der achtziger Jahre durch verschiedene
Untersuchungen (u.a. Radaruntersuchungen), die rund um die
große Pyramide durchgeführt wurden, verschiedene
Räumlichkeiten entdeckt worden sein. Die Ergebnisse wurden
jedoch, aufgrund der großen Brisanz, nicht veröffentlicht,
sie wurden durch höchste Regierungsebenen
beschlagnahmt.
Das würde auch die seit Jahren „verhinderte
Wissenschaft“ erklären, die in Kairo rund um die große
Pyramide stattfindet. In „Den Göttern auf der Spur“
habe ich einige weitere Beispiele in diesem Zusammenhang
aufgeführt! Einen besonderen Stellenwert erhalten diese
Vorgehensweisen „verhinderter Wissenschaft“, die
sicherlich ganz gezielt und aufgrund entscheidender
Informationen stattfinden, in Bezug auf bisher
unveröffentlichte Informationen, die in meinem neuen Buch
„Banken, Brot und Bomben" Band 1 aufgeführt sind.
Dabei stehen die Untersuchungen des Pharao Tutenchamuns im
Mittelpunkt. Auch hier wurden entscheidende Untersuchungen
aus ganz bestimmten Gründen gezielt verhindert.
Was in der Weltpolitik gilt, trifft teilweise auch auf
Ägypten zu, denn in den vergangenen Jahren, Jahrzehnten und
Jahrhunderten ist das Interesse an Ägypten, und vor allem
an dem Gizeh-Plateau, durch einflussreiche Gruppen merklich
gestiegen. Bereits in den vergangenen zwei Jahrhunderten war
es vor allem die Freimaurerschaft, die ihre Forscher
finanziell unterstützte. Der amerikanische Ägyptologe
Professor Henry Breasted (1865-1935) studierte bei dem
renommierten deutschen Philologen Professor Adolf Ermann.
Seine weitere erfolgreiche wissenschaftliche Laufbahn wurde
finanziell durch keinen Geringeren unterstützt als durch
den Freimaurer J. D. Rockefeller. Auch andere namhafte
britische Forscher wie beispielsweise W. M. Flinders Petrie,
sein Vater William Petrie oder Oberst Howard Vyse gehörten
selbiger Bruderschaft an. Umso interessanter ist es
natürlich zu sehen, dass auch in der Gegenwart eine nicht
minder große Verbindung einiger entscheidender Archäologen
in die Vereinigten Staaten besteht – ist es da ein Zufall,
dass die „Live-Übertragung“ unter der Schirmherrschaft
von National Geographic durchgeführt wurde?
Zurück zum Gantenbrink-Schacht und zu der „Live-Übertragung“
im September 2002. Bekanntermaßen dauerte es viele Jahre,
bis endlich ein Blick hinter die „Tür“ gerichtet werden
konnte. Warum es nun so lange dauerte und ob die „Öffnung“
wirklich gezielt behindert wurde, wie man vielfach hört,
ist nun auch nicht mehr von Bedeutung. Doch an dieser Stelle
ein paar Worte zu den unterschiedlichen Aussagen
verschiedenerer Fachleute zu dem eigentlichen Sinn und Zweck
der Schächte.
Es gibt drei Theorien:
1. Sie dienten zur Belüftung, weshalb sie auch
versehentlich „Luftschächte“ genannt werden. Diese
Theorie ist aber unwahrscheinlich bis absurd, da sie nicht
im Freien enden, sondern durch oder bei den „Türen“
enden. Das gleiche trifft auch auf die Schächte in der
sogenannten „Königskammer“ zu, diese waren
ursprünglich verschlossen und wurden durch Forscher
gewaltsam geöffnet! Also ist die Luftschacht-Theorie
ausgeschlossen!
2. Die Ägyptologen maßen den Schächten größtenteils
einen religiös-symbolischen Stellenwert bei, was aber
eigentlich nur ein Beweis ihrer eigenen Erklärungsnot zu
sein scheint. Denn auch im Falle einer „Seelenwanderung“
des verstorbenen Pharaos muss die Frage gestattet sein,
warum die Schächte eigentlich verschlossen waren. Außerdem
ist nicht einmal die Frage beantwortet, warum man zu keiner
Zeit auch nur eine Mumie eines Pharaos in den Pyramiden
gefunden hat!
3. Die dritte Theorie, ist sicherlich jene, die dem
eigentlichen Sinn und Zweck am nächsten kommt. Demnach
dienten die Schächte den wissenschaftlichen und okkulten
Praktiken der Hohepriester, deren Wissen in Bezug auf die
Sternenkunde und den alten Sonnenkult bis heute auch nicht
ansatzweise wieder erreicht worden ist – zumindest nicht
offiziell! Genau an diesem Punkt scheiden sich auch die Wege
vieler Forscher, Wissenschaftler und vor allem die der
Ägyptologen – für die meisten ist das Wort „Präzession“
noch heute ein Fremdwort! Gemeint ist der Präzessionszyklus
der Erdachse.
Der Code der Präzession...
Bei den alten Ägyptern war es die Sphinx, die als
perfekter Äquinoktialweiser diente. Der Blick der Sphinx
richtet sich seit Anbeginn immer in Richtung Osten, exakt zu
dem Punkt der Frühlings-Tag-und-Nachtgleiche. In meinem
ersten Buch „Den Göttern auf der Spur“ (Kapitel 8) habe
ich bereits auf die besondere Bedeutung des 30.
Breitengrades von Alters her hingewiesen. Das als
Präzession bezeichnete Phänomen hängt mit der
Taumelbewegung der Erde zusammen und ist im gesamten Kontext
des Gizeh-Plateaus und insbesondere der großen Pyramide von
zentraler Bedeutung!
Bei allem Respekt vor den Leistungen der Griechen sollte
an dieser Stelle erwähnt werden, dass es nicht der Grieche
Hipparchus (1. Jh.v.Chr.) war, der die Präzession
entdeckte: er hatte sie nur wiederentdeckt, so wie auch der
berühmte Satz des Pythagoras nicht diesem zugeschrieben
werden darf. Pythagoras, der über zwanzig Jahre unter
ägyptischen Priestern lebte, hat von eben diesen auch sein
Wissen erlangt!
Das wohl bedeutendste und beste wissenschaftliche Werk in
Bezug auf das Phänomen der Präzession lieferten die
Professoren Giorgio de Santillana und Hertha von Dechend in
ihrem Werk „Die Mühle des Hamlett“.
Das Wissen und die Leistung vieler Archäologen in
Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft soll in keinster Weise
zu gering bewertet werden – im Gegenteil –, doch das
Wissen in Verbindung mit der Präzession fand in ihrer
Arbeit in der Vergangenheit kaum Beachtung. Zu diesem
Schluss kam auch de Santillana in seinen Untersuchungen, der
diesen Missstand ohne Umschweife zum Ausdruck brachte: „Moderne
Archäologen haben eine geradezu vorsintflutliche
Ahnungslosigkeit auf dem Gebiet der Astronomie an den Tag
gelegt, eine Ahnungslosigkeit, die so weit ging, dass einige
von ihnen nicht einmal wussten, dass es das Phänomen der
Präzession überhaupt gibt.“
Dass de Santillana mit seiner Aussage recht hatte, wird
auch gegenwärtig durch die Ignoranz aber auch die
Unwissenheit vieler Ägyptologen bestätigt, obwohl
sicherlich auch das sogenannte „religiöse Politikum“
(im wesentlichen die Glaubensdogmatik) bei den Ägyptologen
nicht außer Acht gelassen werden darf.
Mehr zum Thema Präzession finden Sie in „Den Göttern auf der Spur“
(Kapitel 8) und den im Buch aufgeführten Quellenangaben!
Vielleicht noch ein entscheidender Punkt in Bezug auf die
große Bedeutung des Gantenbrink-Schachtes: Bei den
Untersuchungen durch Gantenbrink wurden verschiedene
Schleifspuren auf dem Boden und an den Wänden vor der „Tür“
festgestellt. Es muss also etwas (z.B. ein Gegenstand)
gezogen worden sein, der sich möglicherweise noch
gegenwärtig hinter den Verschlusssteinen befindet. Das
würde letztlich auch nicht die Annahme entkräften, dass
nicht eventuell eine größere Räumlichkeit entdeckt werden
könnte – allen Spekulationen sind hier im wahrsten Sinne
Tür und Tor geöffnet.
Viele Menschen, mit denen ich über diese „Live-Übertragung“
im Nachhinein gesprochen habe, waren bitter enttäuscht.
Natürlich war auch ich sehr gespannt, was den Millionen
Zuschauern „live“ präsentiert werden würde. Allerdings
habe ich mir nicht die Mühe gemacht, mir die Nacht um die
Ohren zu schlagen, sondern habe die ganze Vorstellung
aufgezeichnet und mir zeitversetzt angesehen. Interessant
war zudem, dass viele Experten im Vorfeld davon ausgingen,
dass hinter der Tür keine große Sensation (z. B. eine neue
Kammer oder die Statue des Pharao Cheops) zu erwarten sei.
Im eigenst für die Übertragung eingerichteten Studio
äußerte sich auch der Ägypten-Kenner Michael Haase im
Vorfeld wenig optimistisch in Bezug auf eine zu erwartende
Weltsensation.
Nun muss zum zeitlichen Verlauf zunächst gesagt werden,
dass sich die gesamte Untersuchung, mit Vor- und
Nachbearbeitung und einigen technischen Schwierigkeiten
über einen Zeitraum von mehreren Wochen hinzog. Das
Ergebnis war keine „Live-Übertragung“ sondern eine gut
zusammengeschnittene „Hollywood-Inszenierung“, um es ein
wenig salopp zu formulieren – es war ein Schlag ins
Gesicht für die Wissenschaft und die gesamte
Öffentlichkeit, die guten Glaubens war und mit großem
Interesse auf den großen Moment wartete. Um die ganze Sache
noch ein bisschen spektakulärer zu präsentieren, fügte
man in die Sendung bei „mystischer nächtlicher
Atmosphäre“ noch zwei Themen hinzu: Berichte über ein
aktuelles Grabungsfeld am Gizeh-Plateau und die Öffnung
eines Sarkophages durch den eigentlichen Hauptdarsteller
Zahi Hawass. Was viele nicht wissen, ist die Tatsache, dass
eben dieser Zahi Hawass, „Chef“ des Gizeh-Plateaus, in
der Angelegenheit bezüglich des Gantenbrink-Schachtes seit
Jahren bei vielen Wissen-schaftlern in Misskredit steht.
Besonders ihm und nicht zuletzt wohl der ägyptischen
Altertümerverwaltung ist es zu verdanken, dass sich die
weitere Erforschung des Schachtes und dessen was sich
dahinter befindet, über neun Jahre hinzog. Kann das Zufall
sein? Rudolf Gantenbrink hätte nach seiner Entdeckung im
Jahre 1993 für die Vorbereitungen einer zweiten
Untersuchung nicht länger als zwölf Monate benötigt,
soviel ist bekannt!
Dass der „Hauptdarsteller“ der „Live-Übertragung“
dann auch noch der teilweise sehr umstrittene Zahi Hawass
sein sollte, ist ein Paradoxon schlechthin, denn gerade ihm
geben viele Fachleute die Hauptschuld für die um Jahre
hinausgezögerte Öffnung des Schachtes. Dass Hawass in
einem Fernsehbericht Rudolf Gantenbrink die zweite Operation
in Aussicht gestellt hat, ist schön und gut, nur hat
sicherlich auch Rudolf Gantenbrink zu diesem Zeitpunk
gewusst, dass er die weitere Untersuchung nicht durchführen
würde. Bereits damals war aus sicheren Quellen zu erfahren,
dass es eine amerikanisch-ägyptische Untersuchung geben
würde.
Ein Grund für dieses große Medienspektakel war
sicherlich der finanzielle Aspekt – die Übertragung wurde
in mehr als 140 Länder ausgestrahlt und war somit für alle
Beteiligten sehr lukrativ!
Anzunehmen ist in jedem Fall, dass die Öffnung aus
Sicherheitsgründen vor der „Live-Übertragung“
stattfand. Im Übrigen ist es sehr fragwürdig, warum der
Verschlussstein, der sich hinter dem neu entdeckten Hohlraum
befindet, nicht ebenfalls durchbohrt wurde? Da der
Weltöffentlichkeit eine „Live-Übertragung“ serviert
wurde, erübrigt sich diese Frage natürlich, da man darauf
natürlich nicht vorbereitet war, schließlich war es ja „live“!
Interessanterweise hatte ich während der gesamten
Operation, die im September stattfand, direkten Kontakt zu
einem befreundeten Ägyptologen, der das Forschungsteam von
National Geographic unterstützte. So war ich über den
gesamten Zeitraum stets gut informiert!
Drei Tage nach der Live-Übertragung erfuhr ich zu meiner
eigenen Überraschung, dass das Forschungsteam auch noch den
Nordschacht der Königinkammer näher untersuchte und dort
ebenfalls eine „Tür“ entdeckt hatte!
Bereits 1993 hatte das Team um Rudolf Gantenbrink
versucht, zunächst den Nordschacht zu erforschen. Die
Untersuchung wurde seinerzeit aber abgebrochen, da
Gegenstände, die sich im Schacht befanden, ein zu großes
Risiko darstellten. Daraufhin untersuchte das Team dann den
Südschacht mit bekanntem Erfolg.
Die eigentliche Überraschung stellte sich aber eben erst
im September 2002 durch die Untersuchung der National
Geographic ein. Wie auch am gegenüberliegenden Südschacht
beträgt der Abstand zwischen Kammer und „Tür“ etwa 64
Meter, mit dem kleinen Unterschied, dass beide Schächte
nicht völlig symmetrisch sind. Der Südschacht steigt steil
auf, während der Nordschacht einige Ecken und Biegungen
hat.
Betrachtet man die große Bedeutung der Entdeckung,
stellt sich die Frage, warum erst etwa ein halbes Jahr
später die Nachricht über den „Ticker“ ging? Fest
steht, dass bei der sorgfältig vorbereiteten „Live-Übertragung“
des Südschachtes der Öffentlichkeit nur Schonkost serviert
wurde, aus Angst vor folgeschweren Überraschungen für die
klassische Ägyptologie und ihre Thesen rund um die große
Pyramide und deren Erbauer.
Im Nachhinein betrachtet reiht sich die gesamte Operation
ein in eine Reihe Untersuchungen, die in den vergangenen
Jahrzehnten durch hervorragende Fachwissenschaftler
durchgeführt wurden und immer an irgendeinem Punkt gezielt
blockiert wurden.
Wir dürfen dennoch gespannt sein, wie es rund um die
Erforschung der beiden Schächte und der sich darin
befindenden „Türen“ weiter gehen wird...
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